" ohne Tietel "

Videoinstallation, 2010 

 

 

In dieser Arbeit geht es um einen Prozess, bei dem Details „überarbeitet“, und so vereinheitlicht werden .

Die ungewöhnliche Situation seinen eigenen Körper mit Nahrungsmitteln zu beschmieren bietet Platz für zahlreiche Assoziationsmöglichkeiten und Denkanstöße. Seien es, der Satz: „Mit Essen spielt man nicht!“ oder auch eigene Körper- Erfahrungen, die beinahe jeder im Laufe seines Lebens gemacht hat. Auch der Aspekt der zahlreichen Schönheitsbehandlungen kann in einen Zusammenhang mit meiner Arbeit gebracht werden: das tägliche eincremen wird durch Übertreibung zu einer Tortur und einem nie enden wollenden Prozess der Veränderung, Isolierung oder auch „Verpuppung“.

 

Die Form der Videodokumentation habe ich gewählt, um den Prozess sichtbar machen zu können, gleichzeitig aber auch, um durch das Medium Fernsehen eine gewisse Distanz zu schaffen, die dem Rezipienten ein Eingreifen seinerseits unmöglich macht.

Vermittelt werden soll ein spielerisch, experimenteller Zugang, der sich durch zahlreiche Versuche mit verschiedenen Materialien, sowie Situationen und Akteuren entwickelt hat.

Die Videosequenz wird erst vorwärts und dann rückwärts abgespielt, um den Prozess des Materialauftrages intensiver, zugleich skurriler und ungewohnter zu zeigen. Durch das rückwärts laufende Video wird ein andersartiger Auftrag gezeigt, der unterstützt den spielerischen Aspekt und zeigt dem Betrachter eine neue Art der Bewegung.

Das ein bzw. „aus-schmieren“ erinnert an das anlegen von Kleidungsstücken und bildet eine emotionale Verbindung zwischen dem Prozess und dem Betrachter, da diese Handlung jedem bekannt ist. 

 

 

 

 

 

 " Das Hässliche " (Projekt an der UFG Linz)

Fotodokumentation, 2009

 

Die Hässlichkeit wird durch das subjektive Empfinden einer Person, Kultur bzw. durch eine Zeitepoche definiert und ist das Gegenteil von Schönheit.

Bei genauerer Betrachtung einzelner Situationen im Alltag wird klar, dass unsere Gesellschaft genaue Vorstellungen hat, wie jemand auszusehen hat, sich benehmen muss und agieren, besser gesagt zu funktionieren hat. Es werden einem Normen aufgezwungen, will man IN sein, oder anders gesagt innerhalb der Gesellschaft sein, muss man diese akzeptieren.

 

 

Man wird „In eine Form gepresst“.

 

 

Es kann von einer Gesellschaft der Anpassung gesprochen werden. Fernsehen, Zeitschriften und die Menschen untereinander fixieren das Aussehen bzw. wie jemand auszusehen hat.

Die freie Meinung, das „freie Aussehen“ ist zwar erlaub, doch an Akzeptanz fehlt es oft noch. Die offene Gesellschaft, von der immer gesprochen wird ist nur in der Theorie vorhanden. Mit Phänomenen wie schrägen Blicken, abfälligen Bemerkungen und Diskriminierung kann der Glaube von Akzeptanz untereinander, widerlegt werden.

 

„Hässlichkeit wird erst sichtbar, wenn sie am Opfer „auftritt“. Ohne Opfer gibt es also keine sichtbare, fühlbare Hässlichkeit.“